Der Karower Meiler - das Ausstellungszentrum des Naturparks

Die Öffentlichkeitsarbeit ist eine wesentliche Aufgabe eines Naturparks und eng mit der Umweltbildung und Umwelterziehung verbunden. Deshalb gibt es seit Bestehen des Naturparks große Anstrengungen auf diesem Gebiet. Bereits im Jahr 1992 wurde im Stallgebäude der Naturparkverwaltung eine Ausstellung auf 70 m² geschaffen und am 23.07.1992 eröffnet. Um eine Ausstellung für mehr Besucher und mehr Themen gestalten zu können, ließ der Förderverein ein neues Gebäude errichten, das zusammen mit der Ausstellung am 28.10.2000 eröffnet wurde. Das neue Kultur- und Informationszentrum erhielt den Namen „Karower Meiler“. Seit dem Bestehen ist die Ausstellung erweitert worden und auch für die Zukunft sind Veränderungen geplant.

Der Karower Meiler ist in seinem Erscheinungsbild einem historischen Holzkohlemeiler nachempfunden und dient seit 2001 als Ausstellungszentrum des Naturparks. Bau und Betrieb wurden durch den Förderverein initiiert und getragen.
Der Karower Meiler ist in seinem Erscheinungsbild einem historischen Holzkohlemeiler nachempfunden und dient seit 2001 als Ausstellungszentrum des Naturparks. Bau und Betrieb wurden durch den Förderverein initiiert und getragen.

Vorgeschichte und Bau des Karower Meilers

Besucher der Ausstellung im Stallgebäude, die 1992 eröffnet wurde, bemängelten immer wieder, dass von der Bundesstraße aus nicht darauf aufmerksam gemacht wurde, auf dem Gelände des Naturparks eine Ausstellung zu finden. Da es uns an der Bundesstraße und im Kreuzungsbereich zu diesem Zeitpunkt untersagt war, Hinweisschilder anzubringen, reifte die Idee, ein neues und auffälliges Informationsgebäude nahe der Straße zu bauen, das weit sichtbar ist. Es sollte groß sein, damit eine neu zu konzipierende Ausstellung darin Platz finden würde und auch einen Seminarraum für größere Besuchergruppen und Schulungen sowie für Wechselausstellungen besitzen. Klar war, dass nur der Förderverein in der Lage sein würde, solch ein Projekt zu realisieren, da der Verwaltung keine Haushaltmittel zur Verfügung standen.

Nachdem es konkrete Vorstellungen zum Ausstellungsgebäude gab stellte der Förderverein beim Landkreis Parchim eine Bauvoranfrage, da sich das Gelände der Naturparkverwaltung im Außenbereich befindet. Diese wurde positiv beschieden.
Jetzt konnten die konkreten Planungen beginnen. Als erstes musste der Förderverein über den Baugrund verfügen, der Landeseigentum ist. Deshalb wurde mit dem Landesamt für Forsten und Großschutzgebiete (LFG) am 26.05.1999 ein Mietvertrag über eine Fläche von 500 m² abgeschlossen, auf der das Gebäude stehen sollte. In dem Vertrag heiß es:
„Das LFG vermietet die in § 2 beschriebene Teilfläche des von der Naturparkverwaltung in Karow Ziegenhorn genutzten Flurstückes mit dem Ziel, dem Förderverein die Errichtung und den Betreib eines Informationszentrum zu ermöglichen, zu dem insbesondere ein die Einrichtung beherbergendes Gebäude gehört. Das Informationszentrum soll einer Vielzahl von Besuchern und Besuchergruppen, insbesondere Kindern und Schulklassen die Möglichkeit bieten, sich über die Entwicklung der Landschaft der Region, den Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide, die weiteren Großschutzgebiete des Landes Mecklenburg-Vorpommern und deren Verwaltung sowie den Förderverein des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide zu informieren. Darüber hinaus können weitere Themen aus den Bereichen Umwelt, Natur und Kunst behandelt werden.“ Unterschireben wurde der Vertrag vom damaligen Leider des LFG, Herrn Hirthe.

Die 24 Kiefernstämme, die das gesamte Gebäude tragen sollten, wurden schon ein Jahr zuvor in der Nossentiner Heide geschlagen und sicher gelagert.

Die Baugenehmigung wurde nach den eingereichten Bauunterlagen im Juli 1999 erteilt.
Die drei Landkreise Güstrow, Parchim und Müritz hatten jeweils 170.000 DM für das Bauvorhaben zugesagt. Das Land M-V beteiligte sich mit 400.000 DM. Hinzu kamen viele weitere Spenden an den Förderverein der insgesamt ca. 250.000 DM aufzubringen hatte. Das alles genügte, um den Bau zu beginnen. Da öffentliche Gelder verwendet wurden, mussten für die verschiedenen Gewerke Ausschreibungen gemacht werden. Bei all diesen Vorbereitungen, weiteren Feinplanungen und der Durchführung wurde der Förderverein vom Lübzer Architektenbüro, Geschäftsführer Volker Sräga, unterstützt.

Der erste Spatenstich mit einem Bagger wurde am 09.09.1999 vollzogen. Das ist ein denkwürdiges Datum. Der Grundstein wurde am 24.09.1999 mit dem Landwirtschaftsminister Till Backhaus, den Landräten Klaus-Jürgen Iredi und Lutz da Cunha sowie dem Vereinsvorsitzenden Dieter Mombour gelegt. Nach diesem Ereignis waren das Gerüst des Gebäudes zu stellen, die Binder zu montieren und der Innenausbau zu bewerkstelligen. In allen Fällen waren das Holzarbeiten, die durch die Zimmerei Hinrichs (Waren) durchgeführt wurden, was eine Herausforderung war, denn hier handelte es sich nicht um einen gewöhnlichen Bau.

Als Eröffnungstermin war der 28.10.2000 geplant und es wurde bis zur letzten Minute in der Ausstellung gearbeitet, um diesen zu halten. Zur Eröffnungsfeier waren über 100 Gäste gekommen, die gar nicht alle von dem neuen Seminarraum aufgenommen werden konnten. Zwei Musiker der Staatkapelle Schwerin verliehen der Eröffnungsveranstaltung einen feierlichen Rahmen. Umweltminister Professor Wolfgang Methling durchschnitt das Band und gab das gesamte Gebäude und die Ausstellung für die Besucher frei, die merklich beeindruckt von der Leistung aller Beteiligten waren.
Mit der Fertigstellung und Eröffnung des Informationszentrums wurde eine Ausschreibung zur Namensgebung des Gebäudes gemacht, an der sich über 40 Bürgerinnen und Bürger beteiligten. Der Vorstand des Fördervereins als Bauherr entschied sich dann für den Vorschlag „Karower Meiler“, der von Dr. Bernd Schumacher vom Umweltministerium Schwerin gekommen war. Am 22.06.2001 wurde dem Informationszentrum durch den Landwirtschaftsminister T. Backhaus der Name verliehen. Seit dem ziert eine große gefräste Bohle den Eingangsbereich des ab dann so genannten Kultur- und Informationszentrums „Karower Meiler“.